​Welttheater 2000

Das Einsiedler Welttheater - von Thomas Hürlimann

Calderóns El gran teatro del mundo ist als grosses Ganzes überliefert, ohne Bezeichnung von Akten oder Szenen, wie ein antikes Drama. Zählt man die Verse des Grossen Welttheaters aus, wird sichtbar, dass es sich auch in fünf Akte teilen lässt, wie eine Tragödie Shakespeares. Oder in drei Akte, wie eine französische Komödie. Oder, analog zu den sieben Schöpfungstagen, in sieben Szenen.

Ich entschied mich für die Einteilung in sieben Szenen. Sie spielen auf dem Einsiedler Klosterplatz, unter den beiden Türmen mit ihren grossen, blau grundierten Uhren. Ihre Schläge eröffnen und beenden jede Szene. So bestimmt die ruhig kreisende Zeit das Spiel.

El Autor ruft sieben Figuren ins Leben. Eine, die siebte Figur, bleibt reine Möglichkeit, sie realisiert sich nicht. Die andern gehen auf der Bühne der Welt den Gang von der Geburt bis zum Tod. Zum Schluss kehren sie an den Ort ihres Auftritts zurück: Sechs Personen suchen einen Autor. Dies ist Calderóns Handlung, sein Stoff, die Dramaturgie des Welttheaters. Um zu zeigen, dass sie ganz und gar dem Original entstammt, trägt der Autor die Maske Calderóns und spricht seine Sprache. Der Einsiedler Welt kommt das «spanisch» vor.

Fotogalerie ​Welttheater 2000

Künstlerische Leitung ​Welttheater 2000

  • Inszenierung
    Volker Hesse

    Geboren 1944 im Moselgebiet. Bis 1999 Direktor am Zürcher Neumarkt Theater. Ab 2001 Intendant des Maxim Gorki-Theaters in Berlin.
  • Autor
    Thomas Hürlimann

    Geboren 1950 in Zug. Neben seinem Prosawerk („Die Tessinerin“, „Das Gartenhaus“, die Satellitenstadt“, „Der grosse Kater“, „Fräulein Stark“, „Vierzig Rosen“) schrieb Hürlimann mehrere Theaterstücke, u.a. „Der Gesandte“ (1991) oder „Carleton“ (1996). Thomas Hürlimann wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem „Joseph-Breitbach-Literaturpreis“ 2001 und dem „Jean-Paul Preis“ 2003.
  • Choreographie
    Joachim Siska

    Ausbildung an der John Cranko-Ballettakademie, Stuttgart. Victorian Arts College, Melbourne und David Howard, New York. Seit 1997 international tätig als freischaffender Choreograf und Regisseur im Musiktheater, Tanztheater und Schauspiel.
  • Musik
    Disu Gmünder

    Geboren 1963. Gitarrist bei der Rockband Patent Ochsner. Mitwirkung bei Filmen und Theaterproduktionen, u.a. Die Schwarze Spinne in der Gessnerallee, Zürich.
  • Kostüme und Maskenentwürfe
    Ann Poppel

    Geboren in Fürstenwalde bei Berlin. Kostümbildnerin in mehreren Filmproduktionen von Werner Herzog und Herbert Achternbusch.
  • Raumgestaltung
    Hanspeter Kälin

    Geboren 1952 in Einsiedeln. Betreibt ein eigenes Büro für Architektur, Innenarchitektur und Design.
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